Was sich mit der Änderung konkret verändert
DDU bedeutet vereinfacht, dass eine internationale Bestellung verschickt wird, ohne dass die Einfuhrkosten bereits vollständig abgewickelt wurden. Die Kundschaft kann dadurch beim Empfang des Pakets noch Zollgebühren, Einfuhrsteuern oder weitere Gebühren bezahlen müssen.
Bei DDP werden diese Kosten dagegen bereits vor der Zustellung berücksichtigt. Bei Managed Markets zahlen Kundinnen und Kunden in unterstützten Regionen die entsprechenden Zollgebühren und Einfuhrsteuern während des Kaufprozesses. Der Versanddienstleister oder Zoll verlangt sie anschließend grundsätzlich nicht noch einmal bei der Zustellung.
Seit dem 24. August gilt bei Managed Markets eine klare Regel.
Wenn Managed Markets DDP für ein Land oder eine Region unterstützt, wird dort kein DDU mehr angeboten.
Märkte, die zuvor DDU verwendet oder diese Einstellung von einem übergeordneten Markt geerbt haben, wurden automatisch auf DDP umgestellt. DDU bleibt nur dort bestehen, wo Managed Markets DDP nicht unterstützt.
Was DDP ist und was es nicht ist
DDP verändert den Zeitpunkt der Einfuhrkosten
Der größte sichtbare Unterschied liegt darin, wann die Kundschaft mit den Kosten konfrontiert wird.
Ein Kunde aus einem internationalen Markt bestellt beispielsweise ein Produkt für 180 Euro.
Bei einem Modell mit Zahlung bei Zustellung sieht er im Shop zunächst den Produktpreis und die Versandkosten. Einige Tage später verlangt der Versanddienstleister zusätzlich Einfuhrabgaben.
Bei DDP werden die relevanten Einfuhrkosten bereits vor Abschluss der Bestellung berücksichtigt. Der Kunde kann dadurch früher sehen, was die internationale Bestellung insgesamt kostet.
DDP bedeutet nicht automatisch kostenlose Zollabwicklung
Die Einfuhrkosten verschwinden durch DDP nicht.
Sie werden lediglich anders berechnet, dargestellt und abgewickelt. Je nach Einstellung können die Kosten im internationalen Produktpreis enthalten oder im Kaufprozess sichtbar ausgewiesen werden.
Managed Markets kann Zollgebühren und Steuern dynamisch in internationale Preise einrechnen. Diese Einstellung ist laut Shopify standardmäßig aktiviert. Wird sie verwendet, sieht die Kundschaft einen Preis, in dem diese Kosten bereits berücksichtigt sind.
DDP garantiert keine fehlerhaften Produktdaten weg
Die Berechnung hängt weiterhin von Informationen über das Produkt und das Zielland ab.
Besonders wichtig sind die Warenklassifizierung und das Herkunftsland. Managed Markets kann HS-Codes automatisch zuweisen und diese an länderspezifische Anforderungen anpassen. Shopify weist trotzdem ausdrücklich darauf hin, dass Händler für korrekte Herkunftsländer ihrer Produkte verantwortlich bleiben.
Eine falsche Herkunftsangabe bleibt also auch mit Managed Markets ein Datenproblem.
Voraussetzungen und Datenbasis
Prüfen, ob Managed Markets tatsächlich verwendet wird
Die Änderung betrifft Shopify Managed Markets.
Das ist nicht dasselbe wie die normalen Shopify Markets Funktionen. Bei Managed Markets übernimmt Global-e die Rolle des Merchant of Record und wickelt unter anderem Teile der Steuerabführung, Zollprozesse, Handelsrechnungen und Vereinbarungen mit Versanddienstleistern ab.
Ein Shop, der lediglich Shopify Markets verwendet und internationale Zollgebühren selbst erhebt, sollte seine Konfiguration separat betrachten.
Herkunftsländer müssen stimmen
Shopify nennt korrekte Herkunftsländer ausdrücklich als Verantwortung des Händlers.
Bei einem internationalen Sortiment sollte deshalb nicht nur geprüft werden, ob ein Produkt aus Deutschland versendet wird. Entscheidend ist das tatsächliche Ursprungsland der Ware.
Ein in Deutschland gelagertes T-Shirt, das in Vietnam hergestellt wurde, wird dadurch nicht zu einer Ware deutschen Ursprungs.
HS-Codes sollten kontrolliert werden
HS-Codes klassifizieren Waren für den internationalen Handel.
Managed Markets kann diese Codes automatisch zuweisen. Bei kritischen oder hochpreisigen Produktgruppen ist es trotzdem sinnvoll, die Zuordnung zu kontrollieren. Unterschiedliche Warengruppen können unterschiedliche Zollsätze haben.
Fulfillment und externe Systeme müssen DDP verstehen
Besonders bei größeren Shops endet der Prozess nicht im Shopify-Admin.
Häufig sind zusätzlich beteiligt
- ERP
- Warenwirtschaft
- 3PL
- Warehouse Management System
- Versandplattform
- Retourenplattform
- Customer Service
- eigene Middleware
Diese Systeme müssen erkennen können, dass eine Bestellung bereits im DDP-Modell abgewickelt wird.
Sonst entsteht im schlechtesten Fall genau das Problem, das DDP verhindern soll. Die Kundschaft bezahlt Einfuhrkosten im Checkout und wird später vom Versanddienstleister erneut zur Zahlung aufgefordert.
Shopify weist auch bei der allgemeinen Erhebung von Zollgebühren darauf hin, dass beteiligte Versanddienstleister und Integrationen DDP unterstützen müssen.
So prüft man die Umstellung im Shopify-Admin
Da die Umstellung bereits automatisch erfolgt ist, geht es für bestehende Shops nicht mehr darum, sie manuell auszulösen. Entscheidend ist die Kontrolle des aktuellen Zustands.
Betroffene Märkte kontrollieren
Öffnen Sie im Shopify-Admin den Bereich Märkte.
Gehen Sie die wichtigsten internationalen Märkte einzeln durch und prüfen Sie, ob Managed Markets dort aktiv ist.
Priorisieren Sie Länder mit hohem Umsatz und Märkte, die vor dem 24. August mit DDU gearbeitet haben.
Darstellung von Steuern und Zollgebühren prüfen
Öffnen Sie anschließend die Einstellungen für Steuern und Zollgebühren des jeweiligen Marktes.
Managed Markets kann Zollgebühren und Steuern dynamisch in den internationalen Preis einrechnen. Wird diese Einstellung deaktiviert, stehen je nach Konfiguration andere Möglichkeiten für die Darstellung im Kaufprozess zur Verfügung.
Wichtig ist nicht nur, dass die Berechnung technisch funktioniert.
Der Kunde sollte vor dem Kauf nachvollziehen können, ob Einfuhrkosten bereits enthalten sind.
Checkout für wichtige Zielländer testen
Ein internationaler Checkout sollte aus Sicht eines realistischen Kunden getestet werden.
Wenn Kanada ein relevanter Markt ist, testen Sie beispielsweise
- kanadische Lieferadresse
- typisches Produkt
- realistische Warenkorbgröße
- verfügbare Zahlungsmethode
- internationale Versandart
- angezeigte Steuern und Zollgebühren
- finalen Gesamtpreis
Dasselbe sollte für die wichtigsten Zielländer wiederholt werden.
Produktdaten kontrollieren
Prüfen Sie vor allem umsatzstarke und zollrelevante Produkte.
Relevant sind insbesondere
- Herkunftsland
- Produktbeschreibung
- Produktkategorie
- HS-Code
- Varianten
- Produktgewicht
Managed Markets nimmt einen Teil der Zollklassifizierung ab. Fehlerhafte Stammdaten bleiben trotzdem ein Risiko.
Fulfillment testen
Ein Test sollte nicht nach dem Checkout enden.
Verfolgen Sie mindestens eine Testbestellung bis in das Fulfillment-System und prüfen Sie, ob DDP dort korrekt erkannt und weitergegeben wird.
Bei externen 3PLs sollte geklärt sein, welche Zollinformationen Shopify beziehungsweise Managed Markets liefert und welche Daten das Lager zusätzlich erwartet.
Welche Praxislogik Kosten und Kundenerlebnis bestimmt
DDP verschiebt die Kosten nicht automatisch zum Händler
DDP wird manchmal so verstanden, als müsse der Shop sämtliche Zollkosten aus seiner eigenen Marge bezahlen.
Das ist nicht zwingend der Fall.
Bei Managed Markets können Zollgebühren und Steuern in den internationalen Preisen berücksichtigt werden. Der Kunde trägt die Kosten dann wirtschaftlich weiterhin, sieht sie aber bereits vor oder während des Checkouts statt erst an der Haustür.
Die Preisstrategie entscheidet über die Wahrnehmung
Nehmen wir zwei Shops mit identischen Importkosten.
Shop A zeigt ein Produkt für 100 Euro und später zusätzliche Einfuhrkosten.
Shop B berücksichtigt einen Teil dieser Kosten bereits in seinem internationalen Preis.
Die wirtschaftlichen Gesamtkosten können ähnlich sein. Für die Kundschaft wirkt der Kaufprozess trotzdem unterschiedlich.
Deshalb sollte die DDP-Umstellung gemeinsam mit der internationalen Preisstrategie betrachtet werden.
Managed Markets selbst verursacht Gebühren
Managed Markets ist kein kostenloser Zollservice.
Shopify nennt derzeit eine Managed Markets Transaktionsgebühr von 3,25 Prozent für Shopify Plus und 3,5 Prozent für Basic, Grow und Advanced. Zusätzlich fällt bei Währungsumrechnung eine Gebühr von 1,5 Prozent an. Hinzu kommen die jeweiligen Shopify Payments Bearbeitungsgebühren.
Diese Werte entsprechen dem Stand der aktuell verfügbaren Shopify-Dokumentation und können sich ändern.
Für Enterprise-Shops sollte deshalb nicht nur die Conversion betrachtet werden. Entscheidend ist der Deckungsbeitrag nach internationalen Zahlungs-, Zoll-, Versand- und Managed-Markets-Kosten.
Typische Praxisanwendungen
Internationaler D2C-Shop
Ein deutscher Fashion-Shop verkauft stark in die USA, nach Kanada und in die Schweiz.
Früher sehen einige Kunden einen attraktiven Preis im Shop und erhalten später eine zusätzliche Forderung vom Versanddienstleister. Bei DDP werden die Einfuhrkosten früher berücksichtigt.
Für das E-Commerce-Team wird dadurch eine andere Kennzahl wichtig.
Nicht nur die Checkout Conversion sollte betrachtet werden, sondern auch
- Annahmequote internationaler Pakete
- Retouren
- Support-Anfragen wegen Zollgebühren
- Deckungsbeitrag pro Markt
- durchschnittlicher Bestellwert
Internationaler Shop mit 3PL
Ein Händler nutzt Shopify für den Verkauf, ein ERP für Bestellungen und einen externen 3PL für das Fulfillment.
Die DDP-Umstellung ist hier keine reine Shopify-Einstellung.
Der Prozess funktioniert nur sauber, wenn die Information bis zum Fulfillment weitergegeben wird. Das Team sollte deshalb mindestens eine Bestellung vom Checkout über ERP und 3PL bis zum Versandetikett nachvollziehen.
B2B-Shop
Im B2B können einzelne Bestellungen deutlich größere Warenwerte erreichen.
Schon ein falsch berechneter Zollsatz kann dadurch eine relevante Differenz verursachen. Gleichzeitig können Unternehmen andere Anforderungen an Rechnungen, Steuerbehandlung und Importprozesse haben als D2C-Kunden.
Bei Shopify Plus mit B2B und Markets sollten Marktvererbung und abweichende Einstellungen für B2B-Märkte deshalb separat geprüft werden. Shopify erlaubt bei der allgemeinen Zollkonfiguration unterschiedliche Einstellungen für B2B-Hauptmärkte und untergeordn
Regeln für D2C, internationale Expansion und B2B
D2C
Regel
Wenn ein Markt DDP unterstützt, dann muss der angezeigte Endpreis vor allem aus Kundensicht geprüft werden.
Die wichtigsten Fragen sind
- Versteht der Kunde, dass Einfuhrkosten bereits berücksichtigt sind
- Ändert sich die Conversion Rate
- Ändert sich der durchschnittliche Bestellwert
- Gehen Support-Anfragen zu Zollforderungen zurück
Internationale Expansion
Regel
Wenn ein neuer Markt aktiviert wird, dann müssen Produktdaten und Zollprozess vor dem ersten größeren Kampagnenbudget geprüft werden.
Ein Land sollte nicht deshalb als technisch fertig gelten, weil Sprache, Domain und Währung funktionieren.
Auch Zoll, Herkunftsdaten, Fulfillment und Retouren gehören zum Marktstart.
B2B
Regel
Wenn B2B-Kunden andere steuerliche oder logistische Anforderungen haben, dann sollte die D2C-Konfiguration nicht ungeprüft übernommen werden.
Testen Sie B2B-Märkte mit realistischen Warenkörben und prüfen Sie insbesondere Marktvererbung, Zollbehandlung und nachgelagerte ERP-Prozesse.
Kurze Kommunikationsbeispiele
Die genaue Kommunikation hängt vom Markt und vom eigenen Setup ab. Diese Beispiele sind deshalb bewusst allgemein formuliert.
Versandseite
Einfuhrabgaben und Steuern werden für unterstützte Lieferländer bereits beim Kauf berücksichtigt, sodass bei der Zustellung in der Regel keine zusätzliche Zollzahlung erforderlich ist.
Kundenservice
Deine Einfuhrabgaben wurden bereits während des Bestellvorgangs berücksichtigt. Wenn der Versanddienstleister trotzdem eine zusätzliche Zahlung verlangt, sende uns bitte die entsprechende Benachrichtigung.
Internationale Produktseite
Für unterstützte internationale Märkte werden Zollgebühren und Einfuhrsteuern bereits vor der Zustellung berücksichtigt.
Solche Texte sollten erst veröffentlicht werden, nachdem geprüft wurde, dass sie für die jeweiligen Märkte tatsächlich zutreffen.
Wann DDP sinnvoll ist und wann genauer geprüft werden sollte
Sinnvoll bei planbarem internationalem D2C
DDP ist besonders nachvollziehbar, wenn Kunden einen möglichst klaren Gesamtpreis erwarten.
Das gilt beispielsweise für Fashion, Beauty, Consumer Electronics und andere D2C-Kategorien mit standardisierten Versandprozessen.
Sinnvoll bei hoher Zahl internationaler Supportfälle
Wenn Kunden regelmäßig nach zusätzlichen Zollforderungen fragen oder Pakete wegen unerwarteter Gebühren ablehnen, kann eine frühere Berücksichtigung dieser Kosten den Prozess vereinfachen.
Shopify nennt genau die Vermeidung überraschender Kosten bei Zustellung als einen Vorteil von DDP.
Genauer prüfen bei komplexem B2B
Bei B2B-Bestellungen können Importeurrollen, Steuerbefreiungen, individuelle Vereinbarungen und eigene Logistikprozesse relevant sein.
Hier sollte DDP nicht nur aus Checkout-Sicht bewertet werden.
Genauer prüfen bei eigener internationaler Infrastruktur
Unternehmen mit eigenen Zollprozessen, lokalen Gesellschaften oder spezialisierten 3PL-Strukturen sollten prüfen, ob Managed Markets überhaupt zum gewünschten Betriebsmodell passt.
Wer in einem DDP-fähigen Markt weiterhin möchte, dass Kunden Abgaben bei der Zustellung bezahlen, muss Managed Markets für diesen Markt deaktivieren. Shopify erlaubt die Deaktivierung pro Markt, ohne Managed Markets zwingend im gesamten Shop abzuschalten.
Fehler, die man vermeiden sollte
Die automatische Umstellung einfach ignorieren
Shopify hat betroffene Managed-Markets-Märkte bereits automatisch umgestellt.
Ein Shop kann deshalb heute mit einer anderen Zolllogik arbeiten als noch Anfang August.
Prüfen Sie insbesondere internationale Kernmärkte und nicht nur den Heimatmarkt.
DDU und DDP nur als Checkout-Thema behandeln
Die Einstellung wirkt bis in Fulfillment, Versand und Kundenservice.
Wenn ein 3PL weiterhin von unbezahlten Einfuhrabgaben ausgeht, kann ein technisch korrekter Checkout trotzdem zu einem schlechten Kundenerlebnis führen.
Herkunftsland und Lagerstandort verwechseln
Das Herkunftsland beschreibt nicht, aus welchem Lager das Paket verschickt wird.
Für die Zollabwicklung muss das tatsächliche Ursprungsland des Produkts korrekt gepflegt sein.
Internationale Preise nicht erneut prüfen
Wenn Zollgebühren und Managed-Markets-Kosten in internationalen Preisen berücksichtigt werden, kann sich die Preispositionierung im Vergleich zum Wettbewerb verändern.
Deshalb sollten nicht nur technische Tests, sondern auch Preisvergleiche in den wichtigsten Märkten durchgeführt werden.
Nur den günstigsten Testwarenkorb verwenden
Zollwirkungen können je nach Warenwert und Produktkategorie unterschiedlich ausfallen.
Testen Sie deshalb mehrere realistische Warenkörbe.
B2B und D2C gleich behandeln
Ein D2C-Prozess kann für B2B ungeeignet sein.
Bei größeren Warenwerten und komplexeren Steueranforderungen sollten B2B-Bestellungen separat getestet werden.
Moving Primates Perspektive
Bei internationalen Shopify-Projekten liegt das Risiko häufig nicht in einer einzelnen falschen Einstellung, sondern in widersprüchlichen Annahmen zwischen Shop, ERP und Fulfillment. Der Checkout behandelt eine Bestellung bereits als DDP, während ein nachgelagertes System weiterhin mit einer Zahlung bei Zustellung rechnet. Für Kundinnen und Kunden kann daraus eine doppelte oder unerwartete Zollforderung entstehen. Bewährt hat sich deshalb ein End-to-End-Test pro wichtigem Markt. Dabei wird eine reale Bestellung vom Checkout über Zahlungsabwicklung und ERP bis zum Versandlabel nachvollzogen. Erst wenn alle Systeme dieselbe Zolllogik verwenden, sollte die Umstellung als abgeschlossen gelten.
Technische Implikationen für größere Shops
Der Checkout ist nur der Anfang des Datenflusses
Bei einem einfachen Shop kann Managed Markets viele Schritte übernehmen.
Bei Enterprise-Architekturen wird eine Bestellung jedoch häufig über mehrere Systeme weitergereicht.
Ein typischer Datenfluss kann so aussehen
Shopify Checkout
→ Shopify Bestellung
→ Middleware
→ ERP
→ 3PL
→ Versanddienstleister
Jede Übergabe ist ein möglicher Fehlerpunkt.
ERP und 3PL sollten DDP eindeutig erkennen
Prüfen Sie, welche Felder und Auftragsinformationen die angeschlossenen Systeme tatsächlich erhalten.
Die zentrale Frage lautet
Erkennt das Fulfillment-System eindeutig, dass die Einfuhrkosten bereits im DDP-Modell abgewickelt werden.
Wenn nicht, muss die Integration angepasst oder der Prozess anderweitig abgesichert werden.
Produktdaten werden zu Compliance-Daten
Herkunftsland und Warenklassifizierung sollten nicht als optionale Content-Felder behandelt werden.
Bei internationalem Enterprise-Commerce beeinflussen sie Kosten und Zollabwicklung.
Änderungen an diesen Daten sollten deshalb ähnlich kontrolliert werden wie Preise oder Steuersätze.
Markets-Vererbung muss getestet werden
Größere Shopify-Setups arbeiten häufig mit Hauptmärkten und untergeordneten Märkten.
Dadurch können Einstellungen vererbt werden. Die ursprüngliche DDU-Umstellung betraf ausdrücklich auch Märkte, die DDU über Vererbung verwendeten.
Prüfen Sie deshalb nicht nur individuell konfigurierte Märkte.
Headless ändert die Zollregeln nicht
Ein Hydrogen-, Next.js- oder anderer Headless-Storefront verändert nicht die grundlegende Zollbehandlung durch Managed Markets.
Die eigene Storefront muss jedoch weiterhin sicherstellen, dass Preise und Checkout-Übergaben konsistent dargestellt werden.
Besonders bei eigenen Preis- oder Warenkorbkomponenten sollte getestet werden, ob der Kunde vor dem Checkout keine widersprüchlichen Informationen über Steuern und Zollgebühren sieht.
Monitoring sollte nach dem Go-live weiterlaufen
Die technische Prüfung sollte nicht mit einer erfolgreichen Testbestellung enden.
Für die ersten Wochen nach einer Umstellung sind unter anderem diese Signale hilfreich
- ungewöhnliche internationale Checkout-Abbrüche
- Support-Tickets zu Zollgebühren
- abgelehnte Pakete
- zusätzliche Forderungen durch Versanddienstleister
- Abweichungen zwischen Checkout und ERP
- Margenveränderungen nach Markt
Prüfliste nach der DDU-Umstellung
- Prüfen, für welche internationalen Märkte Managed Markets aktiv ist
- Kontrollieren, welche dieser Märkte jetzt DDP verwenden
- Internationale Preise und Darstellung von Zollgebühren überprüfen
- Herkunftsländer wichtiger Produkte kontrollieren
- HS-Codes beziehungsweise Warenklassifizierung überprüfen
- Checkout mit realistischen Adressen aus wichtigen Zielländern testen
- DDP-Informationen bis in ERP und 3PL verfolgen
- Mindestens eine vollständige Testbestellung bis zum Versand durchführen
- B2B und D2C getrennt testen, wenn beide Geschäftsmodelle genutzt werden
- Support, Conversion, Retouren und Deckungsbeitrag nach Markt beobachten
Zusammenfassung
- Managed Markets unterstützt seit dem 24. August 2026 kein DDU mehr, wenn DDP für den jeweiligen Markt verfügbar ist.
- Betroffene Märkte wurden automatisch auf DDP umgestellt.
- DDU bleibt nur in Regionen bestehen, in denen Managed Markets DDP nicht unterstützt.
- Bei DDP werden Einfuhrabgaben bereits vor der Zustellung berücksichtigt.
- Die Kosten verschwinden dadurch nicht, sondern werden früher in den Kaufprozess integriert.
- Managed Markets kann Zollgebühren und Steuern dynamisch in internationale Preise einrechnen.
- Händler bleiben für korrekte Herkunftsländer ihrer Produkte verantwortlich.
- Enterprise-Shops sollten ERP, 3PL und Versandprozesse gemeinsam mit dem Checkout testen.
- Wer in einem DDP-fähigen Markt weiterhin Zahlung bei Zustellung anbieten möchte, muss Managed Markets für diesen Markt deaktivieren.
- Für D2C, B2B und unterschiedliche internationale Märkte sollte die Wirkung separat geprüft werden.
Häufige Fragen
Was bedeutet DDP bei Shopify Managed Markets
DDP bedeutet Delivered Duty Paid. Bei Managed Markets werden Zollgebühren und Einfuhrsteuern in unterstützten Märkten bereits während des Kaufprozesses berücksichtigt, statt erst bei der Zustellung verlangt zu werden.
Unterstützt Shopify Managed Markets noch DDU
Ja, aber nur dort, wo Managed Markets DDP nicht unterstützt. In allen DDP-fähigen Ländern und Regionen wurde die DDU-Unterstützung am 24. August 2026 beendet.
Muss ich die Umstellung selbst aktivieren
Nein. Märkte, die DDU verwendet oder geerbt haben, wurden laut Shopify automatisch auf DDP umgestellt, sofern DDP dort unterstützt wird. Trotzdem sollten Shops ihre Einstellungen und nachgelagerten Prozesse kontrollieren.
Kann ich weiterhin Zollgebühren bei Zustellung bezahlen lassen
In einem DDP-fähigen Managed-Markets-Markt nicht, solange Managed Markets dort aktiv ist. Shopify weist darauf hin, dass Managed Markets für diesen Markt deaktiviert werden muss, wenn die Kundschaft weiterhin bei der Zustellung zahlen soll.
Welche Produktdaten sind für DDP wichtig
Besonders relevant sind Herkunftsland und Warenklassifizierung. Managed Markets kann HS-Codes automatisch zuweisen, Händler bleiben jedoch für korrekte Angaben zum Herkunftsland verantwortlich.
Ist DDP automatisch günstiger
Nein. DDP verändert vor allem die Abwicklung und den Zeitpunkt, an dem Einfuhrkosten berücksichtigt werden. Ob ein Markt wirtschaftlich attraktiver wird, hängt unter anderem von Preisen, Zollkosten, Managed-Markets-Gebühren, Versandkosten und Conversion ab.
Linkliste
Shopify Changelog zur Beendigung der DDU-Unterstützung
Managed Markets is ending Delivered Duty Unpaid support
Offizielle Ankündigung der Umstellung vom 11. August 2026.
Shopify Help Center zu den Anforderungen von Managed Markets
Anforderungen und Hinweise zur Nutzung von Managed Markets
Erläutert unter anderem die aktuelle DDP- und DDU-Logik sowie die Verantwortung für Herkunftsländer.
Shopify Help Center zur Übersicht von Managed Markets
Übersicht über Managed Markets
Enthält Informationen zu Merchant of Record, HS-Codes, Gebühren und der grundsätzlichen Funktionsweise.
Shopify Help Center zur Deaktivierung von Managed Markets
Beschreibt, wie Managed Markets für einen einzelnen Markt oder den gesamten Shop deaktiviert werden kann.
Shopify Help Center zu Zollgebühren und Einfuhrsteuern
Zollgebühren und Einfuhrsteuern
Erklärt DDP, die internationale Zolllogik und relevante Produktdaten.
Shopify Help Center zur internationalen Preisgestaltung
International pricing for Managed Markets
Beschreibt, wie Zollgebühren, Steuern und Managed-Markets-Kosten in internationalen Preisen dargestellt werden können.






































